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"Zum Waldschlösschen"
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Gasthaus schon ab 1600


von H. Ferber - Düsseldorf 1872
Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts (Auszug)

Ein lateinischer Vers:
"Apud Nirsam, flumen in Gelria, Habitat certum hominum genus, junkheri vocantur. Splendide vivunt, Laute bibunt, Omnibus debent Et nemini solvunt."

In deutsch etwa:
"Am Flüsschen Niers im Gelderland wohnt ein Geschlecht Junker genannt die schmausen und prassen, die saufen und spassen, besitzen kein Geld, sind schuldig aller Welt."

Die erste Stelle unter diesen Niersjunkern nahm die Familie Savelant ein. Sie war Ende des 16.Jahrhunderts in die hiesige Gegend gekommen; Junker Gerit von Savelant, ein spanischer Lieutenant hatte Catharina Voss von Holtum, die Erbin des alten Rittergutes Hoenselaer in der Gemeinde Wetten, geheiratet; beider Sohn Gerhard von Savelant wurde nach ihrem Tode Herr von Hoenselaer. Um seine Bekanntschaft zu machen, müssen wir ihn in einem Wirtshaus in der Nähe Hoenselaer's, im sogenannten Körver, das noch jetzt als solches besteht, aufsuchen. Was dort vorgefallen, erzählt er in einer Supplik an die Statthalter Gelderlands folgendermassen:

"Am Ostertage 1611 war ich mit meinen Nachbarn zusammen im Körver beim Wirthen Jan Voss, um nach alter Gewohnheit mit aller Gemütlichkeit  einen Pott Bier zu trinken und einen Eierkuchen zu essen.
Während dessen lieh ich einem der Nachbar mein Messer, das ich nach dem Essen durch den Wirthen zurückfordern liess. Jan Voss brachte mir das Messer, schlug mich aber beim Zurückgeben auf die Hand, worüber ich der vielen anwesenden Gäste wegen den Wirthen zur Rede stellte. Der Wirth erwiderte, dass er auf den Junker nicht warte und nichts auf alle Junker gäbe. Unterdessen hatten die Nachbaren sich entfernt und auch ich fragte für mich und meinen Müller nach dem Gelage. Während ich nun nach Geld suche, um für jeden eine Fahne Bier zu zahlen, kommt Junker Horst von der Dierforth mit seinem Rohr in der Hand in die Stube und rückt auf den Wirthen mit den Worten: 'Ihr habt mich dieser Tage einen Hundsfoth geschimpft, das will ich euch zu Pass bringen.' Darauf trat ich zwischen beide und sagte zu Horst: 'Holla Horst, was ich und der Wirth miteinander haben, darum braucht Du dich nicht zu kümmern, das sollen wir wohl ausmachen.' Damit stiess ich den Wirth, welcher auf Horst eindrang, zurück, und nahm Letzterm das Rohr aus der Hand und warf es unter den Tisch. Nun aber fuhr der Wirth auf mich los, packte mich am Halse, warf mich zu Boden, setzte sich auf mich, und während er mir mit einer Hand die Kehle zuhielt, zog er mit der andern sein Messer hervor. Da aber zog ich auch mein Messer und stiess es dem Wirthen in den Leib, dass er nach drei Tagen starb."

So der Hergang nach Savelant's eigener Erzählung, welche die Wirkung hatte, dass er 1613 Vergebung und Restitution seines guten Namens erhielt und nur eine Amende von 100 Goldgulden und die Kosten zu zahlen hatte. (Originalurteil im Archiv Haag)

Aus dieser Geschichte geht hervor, dass dieses Gasthaus bereits um 1600 mit Sicherheit bestanden hat. - Der Name "Zum Körver" ist bis heute in Wetten und Kapellen ein Begriff und wird in dieser Tradition als "Waldschlösschen" weitergeführt.